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Blauschnee-Gletscher

Auf der schattigen Nordostseite des Säntis liegt noch heute der Blauschee- Gletscher. Er ist unterhalb des Sattels zum Girenspitz bequem mit Säntis-Schwebebahn zu erreichen. Um 1850 waren alle Gletscher in den Alpen in einer Hochstandsphase. Heute ist vom Blauschnee-Gletscher nur noch eine dünne Eisplatte übrig geblieben, weil die Schneegrenze seit 1850 vom 2’220 auf 2’280 m ü. M. angestiegen ist und das Nährgebiet somit kleiner geworden ist. An einigen Stellen ist er allerdings grösser als 1950, als ihm bereits einmal das Ende gedroht hat. Eine Klimaverschlechterung hat ihn vorübergehend gerettet. Vielleicht war er im Postglazialsogar einmal vollständig verschwunden.

Auf einem Gletscher wird die höchste Lage der temporären Schneegrenze Ende des Haushaltjahres Firnlinie genannt. Sie liegt heute in den Berner Alpen auf 2’950 m ü. M., in den Walliser Alpen auf 3’200 m ü. M., im Engadin auf 3’010 m ü. M. und am Säntis auf 2’280 m ü. M.

Die älteste Beschreibung des Blauschnee-Gletschers stammt von Pfarrer G. Walser aus Berneck aus dem Jahre 1770, einer Zeit als Menschen die Berge noch mieden: “…er ist eine Stunde lang und ein halbe breit, im Sommer und Winter mit Schnee bedenkt; daher die tiefen Spälte und Schründe nicht allzeit können gesehen werden, und gefährlich sind darüber zugehen…”.

Gletschermoräne Chammhalde

Die Gletscher haben Spuren hinterlassen, welche heute die Landschaft des NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis dominant prägen, wie zum Beispiel die Chammhalde auf der Schwägalp, die sich als Randmoräne des Sitter- und Urnäsch-Gletschers gebildet hat.