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Lebensräume

Das Gebiet Schwägalp umfasst mit Mooren, Alpweiden und –wiesen, Wäldern, Gewässern und Felsen eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft.

Wiesen und Weiden

Die Schwägalp wird schon seit mehr als tausend Jahren als Weideland genutzt. Die Nutzung der Alpen erfolgt auf wenig intensive und traditionelle Weise. Der Name «Schwägalp» lässt sich vom hochdeutschen Wort «sweiga» ableiten, was so viel wie Viehhof, Weideplatz oder Viehherde bedeutet.

Während der Sömmerungszeit bringen die Sennen ihre Tiere auf die Schwägalp. Neben den Rindern und Kühen kommen auch Schweine und Ziegen mit. Bis zu Beginn der 2000-Jahre gab es keine Zäune, es galt der freie Weidgang. Heute ist das Gebiet in Weidestafel eingeteilt, so kann das Weideland gezielter und schonender genutzt werden.

Arten, die in den Wiesen und Weiden zu finden sind: Schachbrettfalter, Alpine Gebirgsschrecke

Bergwald

Im Mittelalter wurden grosse Teile des Appenzeller Waldes gerodet und im Wesentlichen auf die heutigen Standorte zurückgedrängt. Dem Wald blieben zur Hauptsache jene Gebiete erhalten, die wegen ihrer Steilheit und ihres felsigen Untergrunds oder starker Vernässung für eine andere Nutzung kaum in Frage kamen. Aufgrund der Besitzverhältnisse wird ein grosser Teil des Waldes als «Bauernwald» genutzt. In erster Linie fällt dem bäuerlichen Wald die Aufgabe zu, den eigenen Betrieb mit Holz zu versorgen. Gleichzeitig erfüllt der Bergwald auch eine wichtige Schutzfunktion für Mensch und Natur: Er stabilisiert den Boden, schützt vor Lawinen und Steinschlag und reguliert den Wasserhaushalt.

Die Waldungen im Raum Schwägalp liegen auf einer Höhe von 1’000-1’600 m ü. M. und bestehen vor allem aus Fichten, Weisstannen, Buchen und Bergahorn. In der Mittel- und Unterschicht finden sich Vogelbeeren, Mehlbeeren, Weisserlen, Eschen, Birken, Espen und Weiden. Die Verzahnung der Wälder mit den umliegenden Moore bietet wertvolle Lebensräume für viele Arten.

Arten, die im Bergwald zu finden sind: Rothirsch, Birkhuhn, Baummarder

Moore

Moore sind faszinierende und zugleich empfindliche Lebensräume, die über Jahrtausende hinweg entstanden sind. Sie bilden sich in dauerhaft nassen Gebieten, in denen Pflanzenreste nur unvollständig zersetzt werden und sich als Torf ablagern. Dadurch entstehen einzigartige Landschaften mit spezialisierten Pflanzen und Tieren, die an diese besonderen Bedingungen angepasst sind.

Auch für das Klima erfüllen die Moore eine wichtige Funktion: Sie speichern grosse Mengen an Kohlendioxid und wirken wie natürliche Wasserspeicher. Ihr Schutz ist daher von grosser Bedeutung – für die Natur vor Ort und weit darüber hinaus.

Der NaturErlebnispark ist durchzogen von Moorbiotopen, die sich mosaikartig in der Landschaft verteilen. Die meisten davon sind Flachmoore, welche artenreicher sind als die selteneren Hochmoore. In Hochmooren gibt es nur ganz wenige Nährstoffe, weswegen die Pflanzen, die dort wachsen spezielle Strategien entwickelt haben, um unter diesen Bedingungen zu wachsen. So zum Beispiel der fleischfressende, rundblätterige Sonnentau, der mit seinen klebrigen Tentakeln Insekten fängt.

Arten, die im Moor zu finden sind: Torfmoos, rundblättrige Sonnentau, Moorbläuling

 

Quellen und Bäche

Quellen sind die Ursprungsorte von Bächen und Flüssen und gehören zu den ursprünglichsten Lebensräumen in der Natur. Hier tritt klares, meist kühles Grundwasser an die Oberfläche und schafft konstante Bedingungen, die nur wenigen, spezialisierten Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten.

Trotz ihrer oft unscheinbaren Erscheinung sind Quellen von grosser Bedeutung: Sie versorgen ganze Gewässer mit Wasser, prägen die umliegende Landschaft und tragen zur hohen Qualität unserer Trinkwasserressourcen bei. Alles Wasser, das auf der Schwägalp genutzt wird, stammt aus den umliegenden Quellen.

Arten, die in den Quellen zu finden sind: Quellbach-Köcherjungfer, Alpenstrudelwurm, Quelljungfer

 

Fels und Schottergebiete

Über dem NaturErlebnispark thront der majestätische Säntis. Dieses Gesteinsmassiv über der Waldgrenze ist ein rauer und zugleich beeindruckender Lebensraum. Hier verhindern tiefe Temperaturen, starke Winde und eine kurze Vegetationszeit das Wachstum von Bäumen. Stattdessen prägen alpine Wiesen, Felsen und robuste Pflanzen das Landschaftsbild – Arten, die perfekt an die extremen Bedingungen angepasst sind.

Trotz der scheinbaren Kargheit ist diese Zone reich an Leben und von besonderer Schönheit. Sie bietet spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum

Arten, die im Gebirge zu finden sind: Steinbock, Gams, Steinbrech