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Tag der Artenvielfalt
Am 1. und 2. Juli 2022 wurde auf der Schwägalp ein Tag der Artenvielfalt durchgeführt. Dabei haben die freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gebiet des NaturErlebnisparks Schwägalp/Säntis während 24 Stunden genau untersucht, um möglichst viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten zu finden und so die vorhandene Biodiversität aufzuzeigen. Das Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für die Biodiversität im NaturErlebnispark zu erforschen und entdecken und sie so für die Besucherinnen und Besucher erlebbar zu machen.
Die Erforschung der Artenvielfalt auf der Schwägalp durch die rund 20 Fachpersonen brachte einige interessante Resultate hervor. Insgesamt wurden 595 verschiedene Tier- und Pflanzenarten dokumentiert. Darunter befinden sich auch einige Besonderheiten, zum Beispiel der Hochmoor-Perlmutterfalter, der zu den stark gefährdeten Schmetterlingsarten der Schweiz gehört, das Mauswiesel, das kleinste Raubtier der Schweiz sowie eine Federmottenart, welche zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz gefunden wurde.
Leitungsrückbau im «Kleckelmoos»
Bis November 2015 wurde die Schwägalp über eine 15 km lange Mittelspannungs-Freileitung erschlossen. Zusammen mit dem Niederspannungs-Freileitungsnetz im „Netzgebiet Schwägalp“ war die einzigartige Alp- und Weidwaldlandschaft von über 200 Strommasten geprägt. Das Bedürfnis, die Schwägalp mit Strom zu versorgen, entstand bereits im Jahr 1933. Im Zuge der Bauarbeiten für die Säntis-Schwebebahn zwischen 1933 und 1935 wurde eine Mittelspannungs- Freileitung von Unterwerk Furth in Urnäsch über 15 Kilometer auf die Schwägalp erstellt. Aufgrund der damaligen technischen Möglichkeiten musste die Antriebsstation für die Seilbahn zwingend in der Bergstation angeordnet werden. Deshalb wurde die dreiphasige Freiluftleitung, mit je vier Stahlgittermasten, bis hinauf zum Säntis, auf 2‘502 m ü.M., geführt. In den Folgejahren wurde die Schwägalp intensiver genutzt und es wurden verschiedene Liegenschaften erstellt und mit Strom erschlossen. Die Säntis Schwebebahn war als Elektrizitätswerk für die Versorgung des Netzgebiets Schwägalp verantwortlich. Im Jahr 1974, beim Bau der neuen Säntis-Schwebebahn, wurde die Antriebsstation in die Talstation verlegt. Gleichzeitig baute jedoch der Bundesbetrieb PTT die Kommunikationsanlagen auf dem Säntis aus, so dass sich der Strombedarf auf dem Gipfel sogar noch erhöhte. Erst im Jahr 2006 und dann im Jahr 2010 nutzte die Säntis Schwebebahn Sanierungsbauvorhaben des Kantons an der Kantonsstrasse zur Verlegung von Kabelrohren für die spätere unterirdische Erschliessung der Schwägalp. So konnten etwa vier Kilometer Einlegerohr entlang der Kantonsstrasse verlegt werden. Im Jahr 2011 konnte die Säntis-Schwebebahn das Netzgebiet Schwägalp an die St. Gallisch Appenzellische Kraftwerke AG abtreten. Diese Abtretung kostete die Säntis-Schwebebahn 1,2 Millionen Franken. Im Gegenzug verpflichtete sich die SAK, die Freileitung zwischen dem „unteren Rossfall“ und der Trafostation auf der Schwägalp innert 5 Jahren unter den Boden zu verlegen. Bis Ende 2015 wurde das Netzgebiet Schwägalp über dieses Freileitungsnetz versorgt. Am 23. November 2015 wurde die erdverlegte Mittelspannungszuleitung zur Schwägalp in Betrieb genommen. Im August 2017 konnte, mit dem Abbau des letzten Freileitungsmastes, das Aufwertungsprojekt erfolgreich abgeschlossen werden.
NEP-App – Blumen und Wandern
Im Rahmen einer Bachelorarbeit der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) wurde im Jahr 2014 eine der ersten Smartphone-Apps erstellt, die es den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichte, Pflanzen zu identifizieren und zu benennen. Dabei kann mittels der App ein Foto der Pflanze gemacht werden, wobei die GPS-Koordinaten ermittelt und gespeichert werden. Mit der App konnten Interessierte auf eigene Faust Pflanzen bestimmen, welche sie während ihres Aufenthaltes auf der Schwägalp entdeckten.
Hochmooraufwertung «Hungbüel»
Im Rahmen des Abbruchs und Neubaus des Hotelgebäudes auf der Schwägalp in den Jahren 2012 bis 2015 mussten im Gebiet Waldrodungen vorgenommen und für diese Ersatzmassnahmen umgesetzt werden. Anstelle von Realersatz (Aufforstung) wurde das Gebiet Hungbüel aufgewertet. Im Gebiet bestand zum Zeitpunkt des Projekts ein ehemaliges Moor, welches durch Strassenbau, Entwässerung und Aufforstung seinen Moorcharakter verlor. Da zahlreiche Gräben offensichtliche Erosionszeichen zeigten, die Waldentwicklung trotz der Entwässerungen nicht den Erwartungen entsprach und teilweise noch Riedvegetation vorhanden war, wurde das Gebiet als potenzielle Fläche für die Umsetzung der ökologischen Ersatzmassnahmen gewählt. Das Hochmoor-Regenerationspotenzial wurde als hoch eingeschätzt. Durch die Stauung und die Füllung der Entwässerungsgräben sowie die Auslichtung des Baumbestandes auf der Fläche sollte eine Hochmoorentwicklung bewirkt werden. Zudem wurde die Beweidung eines Flachmoors im Gebiet aufgehoben. Mit der Umsetzung der Aufwertungsmassnahmen konnte das ehemalige Moor teilweise wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden.
Beschilderung Jagdbanngebiet
Im Januar 2011 wurde die Schutzverordnung der Wildruhezone „südliches Appenzeller Hinterland“ von der Regierung des Kantons Appenzell Ausserrhoden genehmigt und in Kraft gesetzt. Um eine möglichst schnelle Umsetzung der Schutzvorschriften zu gewährleisten, wurden die geltenden Schutzvorschriften in den Wildruhezonen ausgeschildet. Da sich Teile der Wildruhezone mit dem Eidgenössischen Jagdbanngebiet „Säntis“ (Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden) überlagern und auch die Verordnung über die Eidgenössischen Jagdbanngebiete die Markierung der Schutzvorschriften erfordert, wurde die Beschilderung der beiden Schutzgüter gemeinsam angegangen. Aufgrund der geographischen und inhaltlichen Zusammenhänge und um eine Abstimmung des Erscheinungsbilds mit den vorhandenen Tafeln zu erreichen, wurde der NaturErlebnispark Schwägalp/Säntis mit der fachlichen und gestalterischen Ausarbeitung der Besucherlenkungs- und Besucherinformationstafeln für die Wildruhezone „südliches Appenzeller Hinterland“ und das Eidg. Jagdbanngebiet „Säntis“ beauftragt. Im Rahmen dieses Projekts wurden unter anderem 13 Besucherinformationstafeln erstellt und im Gelände montiert. Neben der Beschilderung wurden Sommer- und Winterübersichtskarten als Printprodukte zur breiten Abgabe an interessierte Kreise erstellt.
Alp Tour
Das Projekt ALP TOUR hatte zum Ziel, die Bestossung und das Weideregime auf der Schwägalp kritisch zu hinterfragen und sowohl wirtschaftlichen wie auch ökologischen Grundsätzen gegenüberzustellen. Dabei wurde die bisherige Bewirtschaftung unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und alpbetriebswirtschaftlicher Aspekte beurteilt. Danach wurde ein Bewirtschaftungsplan mit einer Neuregelung des Beweidungsregimes festgelegt und aufgrund des neuen Beweidungsregimes das touristische Potenzial eingeschätzt. Zum Schluss wurden touristische Parallelnutzungen in die Alpbetriebe eingebunden. In den Alpsommern 2008 bis 2011 wurden die neuen Bewirtschaftungsformen versuchshalber umgesetzt. Die Umsetzung begann im Alpsommer 2009, nachdem basierend auf den gemachten Erfahrungen in den vorgehenden Jahren die Nutzungs- und Bewirtschaftungsänderungen den Zielsetzungen entsprechend optimiert und angepasst wurden.
Naturerlebnishütte Streuimoos Urnäsch
Die Gemeinde Urnäsch ist Eigentümerin einer grösseren Streufläche mit einer alten Streuhütte. Im Jahr 2008 wurde dieses Gebäude durch einen Neubau analog der alten Streuhütte ersetzt, mit dem Ziel, darin Aktivitäten anzubieten, welche durch den Naturforschungspark ausgeführt werden. In der neu geschaffenen Naturerlebnishütte sollte einerseits die Ruhe des Standortes erfahrbar gemacht und andererseits den Besucherinnen und Besuchern einen bleibenden Eindruck der extensiv genutzten Fläche und ihrer Umgebung vermittelt werden. Die Lösung wurde im «Storytelling» gefunden. Grosse und kleine Besucher werden von den Erzählerinnen im Schönauwald abgeholt. Einmal neckisch und spielerisch, einmal besinnlich werden sie in die verborgene Welt hineingeführt, die zwischen den Alltagsdingen liegt. Bald lauschen sie gebannt am knisternden Feuer, bei einem Kräutertee oder Glühwein, je nach Jahreszeit und je nach Alter der Zuhörenden, den märchenhaften Geschichten von Pflanzen, Menschen und Tieren, die hier leben oder gelebt haben. Im Zentrum steht die Natur mit ihren geheimnisvollen Kräften.